18.10.2016

Apfelkuchen mit Füllung | Der beste Apfelkuchen aller Zeiten

Hallöchen allerseits!

Kuchen backen

Was, schon wieder ein Rezept?
JA! Aber dafür ist das der leckerste Apfelkuchen, den wir jemals gebacken haben, den kann ich euch unmöglich vorenthalten.Wir haben unser Rezept etwas variiert und hatten damit einen Apfelkuchen, der weder zu süß, noch zu sauer oder irgendetwas anderes war, Er war einfach total vollmundig und hat der gesamten Familie bestens geschmeckt.


Kuchen Rezept

Wir haben den Kuchen mit Bio Weizenvollkornmehl gebacken, die Hälfte des Zuckers durch braunen Zucker ersetzt und das Apfelmus war selbst gemacht und ohne Zucker gekocht, was für uns die perfekte Zusammensetzung war.

Das Grundrezept zum Kuchen habe ich euch unten ins Bild gepackt, damit ihr es euch einfach wieder speichern und ausdrucken könnt und beim Backen zur Hand habt.
Das Rezept könnt ihr dann so abwandeln, wie ihr mögt.


Backen mit Kindern

Wenn ihr den Kuchen nachbackt, dann teilt doch ein Foto davon mit mir auf Facebook oder Instagram, ich würde mich riesig freuen!


Apfelkuchen

Apfelkuchen

Die Zubereitung ist gar nicht kompliziert. Emil (3,5) hat mir bei allen Arbeitsschritten fleißig geholfen und war am Ende so stolz auf SEINEN Apfelkuchen.

Wir haben übrigens Äpfel aus dem Garten dafür verwendet, die sind nämlich leicht säuerlich und passen daher perfekt. Und natürlich schmecken sie einfach nur gut und sind vollkommen unbehandelt.



Applepie

Statt des Gitters auf dem Kuchen könnt ihr den Teig auch als Streusel draufgeben, so sieht der Kuchen dann etwas "klassischer" aus.

Und nun viel Spaß beim Backen und guten Appetit!

Applepie

13.10.2016

Quinoa-Burger | Vegetarisch, Einfach, Gut.

Hallöchen allerseits!

Heute habe ich wieder ein Rezept für euch, welches ich selbst erst vor 2 Tagen probiert habe.
Aber ich fand es SO gut, dass ich das unbedingt hier mit euch teilen muss. Das ist seit langem das Leckerste, was es gab (:
Also, genug erzählt, legen wir los mit dem Rezept der ultimativen Quinoa-Burger!


Ihr braucht für etwa 10 Stück:
250g Quinoa

2 Möhren
1 Knoblauchzehe
1 rote Zwiebel
60g Reibekäse
2 Eier

etwas Semmelbrösel
1 Mozzarella

Zubereitung:
Zuerst kocht ihr Quinoa nach Anleitung. Während das zieht, bereitet ihr alles weitere vor.
Das bedeutet als erstes die Möhren schälen und dünn raspeln (am besten funktioniert das in der Küchenmaschine), Zwiebeln schälen und in kleine Würfel schneiden, Knoblauch pressen.
Den Mozzarella schneidet ihr in größere Würfel.
Möhren, Zwiebeln und Knoblauch könnt ihr bereits mit dem Reibekäse vermischen.
Wenn Quinoa fertig ist, lasst ihr das Ganze gut abtropfen (am besten in einem Sieb) und etwas abkühlen.


Anschließend gebt ihr alles außer die Mozzarellawürfel in eine große Schüssel.
Also: Quinoa, Möhren, Zwiebel, Knoblauch, Reibekäse, Eier und eine kleine Menge Semmelbrösel. Verknetet das alles zu einem Teig, der beim Zusammendrücken hält, aber nicht zu trocken ist. Gebt bis zu dieser Konsistenz immer wieder Semmelbrösel hinzu. Anschließend könnt ihr noch mit etwas Salz, Kreuzkümmel und Pfeffer würzen, wenn ihr mögt.


Dann formt ihr aus dem Teig etwa handflächengroße Kugeln, steckt in jede Kugel Mozzarella in die Mitte und rückt sie anschließend etwas platt - wie Burgerpatties eben. ;D
Nach meiner Erfahrung wird das Ergebnis besser, wenn sie nicht allzu hoch sind.
Sind alle Burgerpatties vorbereitet, kommen sie in eine Pfanne mit heißem Öl und werden darin von beiden Seiten goldbraun und knusprig angebraten.




Und FERTIG!
Nun müsst ihr euch nur noch entscheiden, wie ihr sie essen wollt.
Ich mag sie super gerne einfach nur mit einem Salat dazu, weil man so den vollen Geschmack genießen kann.
Aber natürlich sind die auch perfekt für vegetarische Burger geeignet - mit Brötchen, einem Salatblatt, Gurken und Tomaten belegt. Yummy!


Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachmachen und guten Apptit!


11.10.2016

Optimismus - Pessimismus

Ich möchte mich heute mit etwas beschäftigen, was mir sehr am Herzen liegt.
Und zwar damit, wie sich Menschen gegenüber Menschen verhalten und was sie damit erzeugen.

Ich nahm vor kurzem an einem Seminar teil. Dort ging es um Diversität und Interkulturelle Öffnung. Die Referentin erzählte uns von der goldenen Regel. Kennen wir alle.
"Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest."
"Was du nicht willst, das man dir tu', das füg' auch keinem andren zu."

Nun gibt es aber noch was besseres. "Behandle jeden Menschen so, wie er behandelt werden möchte. Frage Ihn, wie er behandelt werden möchte, bevor du handelst."
So ihre Aussage.

Klar. Das klingt sehr kompliziert und in der Realität kaum umsetzbar. Hat man doch kaum Zeit für sowas im täglichen Alltagswahnsinn?!
Doch, ich denke schon. Wir sollten uns für genau das die Zeit nehmen. Zwar "vergeuden" wir dadurch erstmal die Zeit. Aber es hilft uns, Probleme von vornherein gar nicht entstehen zu lassen.

Ich möchte gar nicht groß auf die Flüchtlingssituation eingehen. Das hört man derzeit immer und überall.
Ich denke, dass es völlig egal ist, ob ich über Flüchtlinge rede, über Europäer oder Inuits.
Ich versuche einfach mal meine Gedanken auf Menschen zu beziehen. Einfach Menschen.
Und damit das ganze thematisch zu unserem Blog passt, versuche ich es mal auf uns zu übertragen.


Wisst ihr, als wir erfuhren, dass wir Eltern werden war das ein Schock.
Ein absoluter Schock.
Uns wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Wir glaubten nie wieder glücklich zu werden. Von nun an würden wir immer am Rande des Existenzminimums leben müssen. Wir essen bei den Tafeln und tragen nur noch Second Hand. Ein Leben Lang.
Ausbildung und Studium schaffen wir eh nicht. Das weiß jeder. Besonders was Anna betraf wusste einfach jeder, dass ihr Leben, ihres berufliche Laufbahn, Karriere, wie man es auch nennen mag, sofort beendet war. Ein Kind. Oh wie schrecklich.
Das waren unsere Gedanken. Ich habe geheult. Ohne Mist. Nicht, dass ich nur Angst davor hatte meine Familie nicht ernähren zu können. Ich hatte auch Angst zu den Verlierern der Gesellschaft zu gehören. Freunde zu verlieren. Und ich hatte Angst das unseren Familien zu sagen.
Sie hatten in unsere Ausbildungen investiert. Uns unterstützt und vertraut. Uns zusammen ziehen lassen. Von nun an würden es unsere Eltern bereuen, dass sie uns von Beginn an so an der langen Leine haben laufen lassen. Dass wir mit 15 beieinander schlafen durften. Was für ein Fehler.
Liebe zulassen. Oh wie schrecklich.

Dann zum Arzt, zu Beratungsstellen, zum Jobcenter, wieder zu Beratungsstellen, weil alle was völlig anderes erzählen. Und fast überall wird man angeschaut, als hätte man eine Krankheit. Als müsste man bemitleidet werden. Und das hinterlässt Wirkung.

Wahrscheinlich handelten alle Leute nach ihrer goldenen Regel. Sie versetzten sich in unsere Lage und dachten sich, dass es für sie schrecklich gewesen wäre und sie in dieser Lage Mitleid gewollt hätten. Weiß man doch nicht, wie man das alles anstellen soll.

Hätten Sie uns gefragt, wie wir behandelt werden möchten, hätten wir was anderes gesagt. Wir hätten gesagt: Hey, es ist doch überhaupt nicht schlimm. Unsere Situation hat sich geändert. Die Ansprüche werden andere. Bitte  sagt uns, was wir tun können, um das alles zu dem zu machen, was es eigentlich ist. Zu einem verdammten Wunder. Aus dem wir Glück und Hoffnung schöpfen können.
Sagt uns, dass das zu schaffen ist. Sagt uns, dass ihr uns dabei unterstützt, wenn wir Fragen haben, aber ihr uns nicht bevormundet. Sagt uns, dass wir selber Erfahrungen sammeln dürfen. Sagt uns, dass wir auf unser innerstes hören können. Dass wir uns getrost darauf verlassen können, was unser menschlicher Verstand und Instinkt uns sagt. Gebt uns Selbstvertrauen. Sagt, dass das halt vom Schicksal so gewollt ist und wir nun damit umgehen DÜRFEN. Nicht müssen.

Versteht ihr, was ich damit meine? Kommuniziert, dass es was gutes ist. Dass es grundsätzlich was gutes und schönes ist, ein Kind zu bekommen. Seid Optimisten.

Wisst ihr was wir zu hören gekriegt haben?

"Wie wollt ihr das denn bezahlen? Ein Kind ist so teuer."
"Was macht ihr denn, wenn ihr euch mal trennt? Ihr müsst davon ausgehen, dass ihr nicht für immer zusammen seid."
"Und ihr seid der Meinung ihr schafft das?"
"Ihr habt doch noch euer ganzes Leben vor euch. Wieso wollt ihr da jetzt ein Kind?"
"Wollt ihr euch nicht noch ein bisschen ausprobieren?"
"Und was ist mit eurer Ausbildung? Mit Kind kannst du das vergessen."
"Wenn du dann erstmal ein Kind hast ist nichts mehr mit abends weggehen!"
"Wenn du dann erstmal ein Kind hast, ist nichts mehr mit Ruhe im Haus."
"Na warte, wenn das Kind erstmal da ist. Da wirst du dich umgucken."
"Mit Kind bist du nicht mehr flexibel. Da hast du ganz schlechte Karten auf dem Arbeitsmarkt."

Das ist nur eine Auswahl. Und wenn du das immer und immer wieder zu hören kriegst, dann zweifelst du. Du zweifelst an dir und nimmst dir das zu Herzen. Du versuchst Lösungen zu finden, für total irrelevante Probleme. Du verbrauchst Zeit ohne Ende um die Gedanken zu machen, wie du dich wohl am passendsten in die Gesellschaft fügen kannst ohne auch nur irgendwen zu verärgern.

Und so entsteht kein Selbstvertrauen. Und so suchst du Hilfe. Bei Beratungsstellen, beim Jobcenter, bei Familie und Freunden. Und alle sagen: Gut, dass du da bist. Nur wir können dir helfen.
Du kannst das nicht alleine.

Und wenn du da oft genug drauf hörst, dann glaubst du daran und nicht an dich selbst.
Und dann wird es wirklich nix.
So etwas nennt man selbsterfüllende Prophezeiungen.

Bei uns hat die ganze Schose dann doch irgendwie geholfen, weil wir so genervt davon waren, von allem und jedem Ratschläge zu kriegen und von jedem abhängig zu sein, dass wir doch alles allein gemacht haben.
Und ein ganz wesentlichen Teil habt ihr, als Leser und Zuschauer, beigetragen. Ihr gabt uns Zuspruch. Rückhalt. Manchmal auch konstruktive Kritik.
Und ganz oft positive Beispiele, so dass wir sehen konnten: Hey, wir sind nicht die einzigen.

Wir haben unserer Verwandtschaft gesagt: Hey, danke für eure Hilfe, aber wenn wir wissen wollen, ob unser Kind zu warm angezogen ist, dann fragen wir.

Das heißt, wir haben selbstbewusst gesagt, was wir wollen und was wir nicht wollen.
Und darauf aufbauend haben wir nun ein super Netz. Tolle Familien, die uns alles zutrauen und uns in allem unterstützen, einfach indem sie da sind. Als Notanker. Als doppelter Boden.

Wir haben gezeigt, dass wir gute Eltern sind. Haben gesunde und glückliche Kinder. Wir arbeiten beide, erbringen eine Leistung für die Gesellschaft, zahlen Steuern und können manchmal sogar Vorbild sein. Auf alle Fälle möchte ich Vorreiter sein, in dem ich die verschiedenen Erscheinungsformen von  Eltern, Hartz-IV-Empfängern, Geschäftsleuten, Flüchtlingen, Konservativen... ja einfach von Menschen anerkenne und als etwas begreife, was völlig normal ist.

Und wenn ich das mache und alle Menschen zuerst mal als das ansehe, was sie sind, dann nehme ich sie wahr und kann auf sie zu gehen. Am Ende sind beide Seiten aufeinander zu gegangen um dann gemeinsam viele große Schritte in Richtung eines gemeinsamen Ziels zu gehen.

Bitte Leute. Seid nicht so pessimistisch. Seid freundlich zu einander. Traut den Menschen was zu. Unterstützt sie, wenn sie es wollen und wie sie es wollen. Und am Ende fühlt ihr euch alle besser.
Seid optimistisch, schaut positiv nach vorne, packt mit an und konzentriert euch auf euer Ziel.
Lasst euch nicht reinreden, wenn es nicht angebracht ist.
Zieht euer Ding durch. Ihr schafft das!



08.10.2016

Zitronensirup & Limonade selber machen

Limonade selber machen

Hallöchen allerseits!

Heute habe ich ein super leckeres, schnelles und noch dazu simples Rezept für euch, mit dem ihr Zitronensirup und damit auch eure eigene Limo herstellen könnt.
Das ist nicht nur total erfrischend, sondern auch sehr ergiebig.
Ihr braucht nur 3 Zutaten und auch die Zubereitung nimmt nur etwa 30 Minuten von der ersten Sekunde bis zur fertigen Flasche in Anspruch.


Ich habe zum Abfüllen sowohl eine Flasche mit Schnappverschluss als auch eine mit Schraubdeckel verwendet und es hat beides super funktioniert. Wichtig ist nur, dass Rand und Verschluss vollkommen sauber und trocken sind.
Eine Videoanleitung dazu findet ihr auf meinem YouTube-Kanal.
Und nun wünsche ich euch ganz viel Spaß mit dem Rezept und beim Nachmachen!











Was uns wichtig ist...



Was uns wichtig ist

Als wir neulich einen Aufruf aus Instagram starteten, in dem wir uns von euch wünschten, dass ihr uns sagt, was wir mal so mit euch und für euch bequatschen könnten, kam ein Kommentar, der mir im Kopf geblieben ist. Sinngemäß dieser:
"Was ist euch wichtig? Worauf achtet ihr bei eurer Erziehung? Worauf legt ihr Wert in eurer Beziehung?" Ich hab mir mal wieder ein paar Gedanken dazu gemacht und hoffe jetzt darauf, dass den einen oder anderen interessiert, was bei mir da oben so durchrattert;)


Anna schrieb heute schon auf ihrem Instagram-Account, dass wir Wert darauf legen, auch im Alltag Zärtlichkeiten auszutauschen. Nicht nur Anna und ich, sondern auch wir und die Kinder. 


Das ist auch tatsächlich so.  Wer uns persönlich kennt, weiß das glaube ich auch. Wer uns ab und an im Edeka an der Kasse sieht, wie wir versuchen unsere zwei nörgelnden Kinder auf zwei unterschiedliche Art und Weisen (ich mit Zucker, Anna mit Spielzeug) zu beruhigen, damit die Leute nicht gucken, mag vielleicht einen anderen Eindruck haben :-P

Also, für uns als Paar ist es sehr wichtig, dass wir uns auch im Alltag und trotz Kinder als Paar, also als Liebespaar wahrnehmen. Wir mögen kleine Überraschungen, kurze Umarmungen, auch mal ein Küsschen zwischendurch.


 Natürlich ist es nicht mehr wie in der Anfangszeit unserer Beziehung. Wenn man so frisch verliebt ist, kann man die Finger kaum voneinander lassen. Man ist neugierig, hat einen Tunnelblick, der nichts rechts und links vom Objekt der Begierde ins Blickfeld rücken lässt. Man denkt immer und überall an die Liebe und möchte nichts mehr als sie in allen denkbaren Formen mit dem oder der anderen zu teilen. 



Nach  mehr als 7 Jahren Beziehung, während welcher wir  uns so gut wie immer so nah, wie es nur irgend möglich war, gewesen sind, erlosch unser Feuer ein bisschen. Je älter wir wurden, desto komplexer wurden unsere Welten. Schwieriger Alltag, viel Stress, immer mehr Verpflichtungen bei immer weniger Zeit. Mittlerweile ist es so, dass wir beide sehr zeitintensiven Beschäftigungen nachgehen, die nicht wirklich eine Grenze zwischen Arbeit und Privatem erlauben. Ganz nebenbei haben wir ja auch noch zwei Kinder...
 Dass dadurch manchmal die Zeit und die Lust auf Zärtlichkeit und Liebe fehlt, geht glaube ich, nicht nur uns so. Und da finde ich, dass es umso wichtiger ist, mit kleinen Gesten, Worten und Berührungen zu zeigen: 


"Ich hab dich nicht vergessen.. Ich hab nur im Moment zu viel anderes im Kopf, um mich so um dich zu kümmern, wie ich gern würde."
Was wir aber immer machen, ist ein Kuss zum einschlafen, einer nach dem Aufstehen. Zum Abschied und zur Begrüßung. Man könnte jetzt sagen, dass das die Pflicht ist und die Kür halt alles, was darüber hinaus geht. Aber Pflicht ist meist so negativ behaftet. Sagen wir einfach: Es ist eine schöne Pflicht. :-)

Und dann, wenn Sie kommen. Die Momente, in denen man wieder nur Zeit für sich und die Partnerschaft hat, ist es wichtig die Zeit intensiv zu nutzen. Ein Beispiel dafür war unser letztes Pärchenshooting. 



Die Bilder waren nicht wirklich gestellt. Karolin, unsere Fotografin, machte das toll. Wir sollten einfach sein. Uns einfach treiben lassen und einfach das machen, was uns in den Sinn kommt. Und da waren wir. Anna und ich bei tollem Wetter, schöner Kulisse und nichts um uns herum außer uns. Es entstand eine Wahnsinns-Stimmung zwischen uns. Ich kannte das schon aus unseren Schwangerschafts-Shootings. Es knisterte unheimlich stark zwischen uns. Es kribbelte echt doll im Bauch und wir genossen es, nur uns zu haben und das auf eine tolle Art und Weise festhalten zu können. Am Ende hatten wir wunderschöne Bilder, bei denen wir gar nicht entscheiden können, welche davon wir in unsere Wohnung hängen sollten.  Was wir aber auch hatten, war eine Menge Spaß. 


Und das ist fast noch wichtiger. Wir hatten eine intensive Zeit und haben diese intensiv genutzt. Auch wenn im Alltag manchmal Frust aufkommt, weil man denkt, der andere macht dieses oder jenes falsch oder anders als man selbst es erwartet hat. Wenn wir die Gelegenheit und Zeit haben, dann wissen wir das zu schätzen und nutzen es intensiv.

 

Und genau das möchten wir auch unseren Kindern vermitteln. Auch wenn wir im Alltag manchmal streng, verärgert teilweise manchmal sogar grob sind, sollen unsere Kinder wissen, wie sehr wir sie lieben und dass sie sich immer auf uns verlassen können. 


Und ich denke, dass sie das auch echt wissen. Besonders die Momente, wo wir alleine Zeit mit einem der beiden verbringen sind bei uns sehr intensiv. 



Emil und ich sagen uns gegenseitig "Ich liebe dich", er kuschelt viel und wir tauschen Zärtlichkeiten aus, die er so im Alltag oder in der Öffentlichkeit nicht zulassen würde. Das klingt grad ziemlich eklig, wenn ich das so schreibe. "Zärtlichkeiten austauschen, wie man es in der Öffentlichkeit nicht machen würde." - aber ich denke, ihr wisst, was ich meine. 

Yuna und Emil sollen lernen, sich an den kleinen Sachen des Lebens zu erfreuen. Sollen wissen, dass nicht Spielzeug und Markenklamotten wichtig sind, sondern  die Menschen um einen herum. Die Natur, die es zu schützen und erhalten gilt. Wir versuchen weiterhin, beide Kinder zu Menschen zu erziehen, die offen für Neues sind. Die die Welt mit offenen Augen sehen und sich mit den Dingen, die in der Welt passieren auseinandersetzen. Das ist besonders mir ein großes Anliegen. Ich finde, dass es wichtig ist, zu wissen, was da draußen los ist und wie ruhig und schön es bei uns ist und wie gut es uns deshalb geht. Meiner Generation wird manchmal vorgeworfen, nicht zu wissen, wie gut es uns geht, weil es uns noch nie schlecht ging. Ich weiß ja nicht, wie's euch geht. Aber ich möchte nicht, dass es uns oder unseren Kindern schlecht geht. Damit ist, meiner Meinung nach, niemandem geholfen. Trotzdem möchten wir, dass die Kinder schätzen lernen, wie gut es ihnen geht. Wir haben Privilegien, die viele viele Menschen nicht haben. Das möchten wir unseren Kindern angemessen vermitteln. Schon jetzt machen wir das auch. In Emils Kita waren ein paar Monate lang ein paar Flüchtlingskinder aus Afghanistan und Syrien und Emil hatte viele Fragen. Warum sind sie hier? Wieso sagt Maria, dass Asmara grau ist? Wieso kommt ihr Papa jeden Tag mit dem Bus statt mit dem Auto? Emil hat das viel beschäftigt und es machte mich echt stolz, als uns im Entwicklungsgespräch gesagt wurde, dass er einer derjenigen ist, der Asmara an die Hand nimmt und ihr alles zeigt und ihr im Alltag hilft. Ohne Berührungsängste. Und diese Berührungsängste gab es bei anderen Kindern tatsächlich. Emil kommt mit sehr vielen, sehr unterschiedlichen Menschen zusammen. Ob im Kindergarten oder im privaten Bereich. Und wir versuchen auch, ihm beizubringen, dass alles normal ist und dass man alles respektieren sollte.
Er soll Respekt haben, sich aber nicht unterjochen lassen, sondern seinen Standpunkt vertreten. Von daher, bin ich manchmal insgeheim stolz, wenn er mit allen Mitteln friedlich sein Anliegen nach einem Ü-Ei an der Kasse durchsetzen will... :-D

Wie ist das bei euch? Setzt Ihr euch intensiv mit sowas wie der Flüchtlingssituation  auseinander? Beantwortet ihr Fragen dazu, die die Kinder haben? Oder seid ihr eher der Meinung, dass wir unsere Kinder vor Einflüssen wie diesen schützen sollten, bis sie ein bestimmtes Alter erreicht haben? Wenn ja, welches?

Würd' mich echt interessieren!. Schreibt mir einfach in die Kommentare ;)
Bis dahin. Haltet die Ohren steif!

05.10.2016

Die besten Lieder und Reime zum Zähneputzen

Hallöchen allerseits!

Heute widme ich mich einem sehr spannenden und manchmal mit Problemen behafteten Thema bei Kleinkindern:
Dem Zähneputzen.
Wie wir das handhaben und was unsere TOP 5 Tipps zum Zähneputzen sind, wie es klappt und/oder (wieder) besser wird, erzähle ich euch ausführlicher im #meineTop5 Video: Tipps zum Zähneputzen - So klappt's!
Hier soll es heute um den Top 5 Tipp gehen: Lieder und Reime benutzen, um eine Routine zu erschaffen und den Kindern Spaß am Zähneputzen zu vermitteln.
Das hier sind also unserer Erfahrung nach Lieder und Reime, die gut funktionieren, weil sie leicht verständlich sind, die Melodien jeder kennt und die Länge sehr angenehm ist.




Nummer 1, nach der Melodie von "ABC, die Katze lief im Schnee":

Putz, Putz, Putz! Runter mit dem Schmutz. Die Zähne müssen sauber sein, dann kommen keine Löcher rein. Putz, Putz, Putz! Runter mit dem Schmutz.
So, So, So! Da sind die Zähne froh. Nach dem Naschen, nach dem Essen: Zähneputzen nicht vergessen. So, So, So! Da sind die Zähne froh.
Ja, Ja, Ja! Jetzt ist alles klar. Sind die Zähne blitzblank, dann halten sie ein Leben lang. Ja, Ja, Ja! Jetzt ist alles klar. 

Eins, Zwei, Drei! Gleich ist das Lied vorbei. Saubere Zähne sind wie Sterne: Leuchten hell, wir seh'n es gerne. Eins, Zwei, Drei! Jetzt ist das Lied vorbei.

Nummer 2, nach der Melodie von "Ein Männlein steht im Walde" (Emils Favorit!):

Ich putze meine Zähne, hin und her.
Ich putze meine Zähne, das ist nicht schwer.
Ich putze meine Zähne blank, dass ich richtig beißen kann.

Ich putze meine Zähne so gut ich kann.

Ich putze meine Zähne von rot nach weiß.
Ich putze meine Zähne und putz' im Kreis.
Morgens, wenn ich früh aufsteh’,
abends, wenn zu Bett ich geh’,
putz' ich meine Zähne so weiß wie Schnee.


Nummer 3, nach der Melodie von "Wer will fleißige Handwerker seh'n?":

Wer will fleißige Zahnputzer seh'n?
Der muss zu dem Emil geh'n.
Hin und her, hin und her,
Das Zähneputzen ist nicht schwer.

Wer will fleißige Zahnputzer seh'n?
Der muss zu dem Emil geh'n.
Rundherum, rundherum,
Zähneputzen ist nicht dumm.

Wer will fleißige Zahnputzer seh'n?
Der muss zu dem Emil geh'n.
Blitzeblank, blitzeblank,
die Zähne sagen vielen Dank.


Das sind also unsere liebsten Zahnputz-Lieder. Man kann sie singen, oder auch einfach nur reimen und während des Zähneputzens aufsagen.
Bei uns hat das richtig gut geholfen, schon auf dem Weg ins Bad wurde/wird entschieden, welches Lied heute gesungen wird - das ist eine richtige Vorfreude.
Und nun wünsche ich euch viel Spaß beim Putzen, Helfen und Singen!




26.08.2016

An Tagen wie diesen | Wenn auf einmal alles anders wird

An Tagen wie diesen...

Nein, nicht das Lied von den Toten Hosen. Eher das von Fettes Brot.
Daran habe ich heute schon den ganzen Tag denken müssen.

Aber von vorn: Wir waren in Dänemark. Gemeinsam mit Mari, Micha und Familie von Babykindundmeer haben wir ein wunderschönes großes Ferienhaus direkt an der Nordseeküste gehabt.
Ich war zuletzt mit 8 Jahren an der Nordsee und auch nur in Deutschland und nur im richtigen Watt.
Die Nordsee hier ist anders. Total wild. Hohe und natürlich entstandene Dünen, flache weite Sandstrände, ein mit Touristen vollgepfropftes Dorf. Heute waren wir zum ersten mal hier am Strand. Das Wetter war herrlich. Blauer Himmel, wenig Wolken, wenig Wind und um die 22°C. Also eigentlich perfekt, um mit zwei kleinen Kindern am Strand zu sein. 
Anna besorgte noch ein paar Kleidungsstücke, die sie auf dem Weg zum Strand in einer kleinen Boutique entdeckt hat und ich war mit den Kindern am Strand. Emil und Yuna buddelten gemeinsam, wie ich es noch nie erlebt hab. Total friedlich, konzentriert und energisch. 

Solche Momente liebe ich ja. Man sitzt am Strand, schaut auf's weite Meer und entspannt völlig. Der Wind um die Nase, die Wellen im Ohr, die Kinder im Auge, die sich blendend verstehen.
Und kennt ihr das auch? So ein schlechtes Gewissen, was sich irgendwo tief in einem selbst meldet?
In solchen Momenten, in denen man merkt, WIE gut es einem eigentlich geht, wollen einem die hässlichen Bilder aus der Welt nicht aus dem Kopf gehen. 
An Tagen wie diesen müssten wir vor Glück strotzend lachen, jeden Tag feiern und uns unserer Gesundheit erfreuen. Ich mein, im Ernst, unserer Familie geht es gesundheitlich gut, wir haben tolle Jobs, nagen nicht im Hungertuch, fahren mehrmals im Jahr in Urlaub, können machen, denken und sagen, was wir wollen.

Und irgendwie kann ich es nicht mehr. Immer hindert mich etwas daran. Die Wut über das, was anderen Menschen wiederfährt. Die Wut über Ungerechtigkeit und Ungleichbehandlung und vieles mehr. Und dann merkt man immer wieder, wie gut man selbst eigentlich dran ist.
Und ganz oft krieg ich dann richtig Angst. Angst davor, dass bei uns etwas schief gehen muss, weil es einfach viel zu lang viel zu gut ging. 

"Was hat er grade gesagt an so 'nem normalen Samstag
Passiert auf bestialische Art ein ganz brutaler Anschlag,
Bei dem sechs Leute starben, die Verletzten schreien Namen,
Diese entsetzlichen Taten lassen mich jetzt nicht mehr schlafen.
Und ich seh's noch genau das Bild im TV,
Ein junger Mann steht dort im Staub, fleht um Kind und Frau.
Jetzt frag ich mich, wie ist es wohl, wenn man sein Kind verliert,
Noch bevor es seinen ersten Geburtstag hat,
Doch das übersteigt meine Vorstellungskraft.
Vielleicht waren die Attentäter voller Hass für den Gegner.
Vielleicht gab es Liebe für Familie und sie waren sogar selber Väter.
Manchmal, wenn ich Nachrichten seh', passiert mit mir etwas Seltsames,
Denn auch wir sind Eltern jetzt, haben ein Kind in diese Welt gesetzt.
Dann kommt es vor, dass ich Angst davor krieg, dass uns etwas geschieht,
Dass man den verliert, den man liebt, dass es das wirklich gibt.
Mitten in der Nacht werd' ich wach und bin schweißgebadet,
Schleich' ans Bett meiner Tochter und hör, wie sie ganz leise atmet"

Und PENG!

Es passiert!
Etwas geht schief!
"Weißt du, wo Emil ist?", fragt Anna plötzlich, während ich gerade ein tiefes Sandloch zuschütte.
Genervt schau ich hoch, gucke links und rechts. Emil ist nicht  zu sehen.
"Ich geh nach links, du gehst nach rechts.", sag ich kurz und wir stiefeln los. Nach 50 Metern wissen wir beide, dass etwas nicht stimmt.
Emil geht NIE weiter weg als 10 Meter. Er hat die ganze Zeit am Rand Quallen gesucht und immer zu uns gebracht, um sie uns zu zeigen. Emil geht NIE, nicht mal mit uns, ins Wasser und Emil kommt immer wieder zu uns zurück. 
"Du bleibst hier, falls er wieder kommt, ich laufe ein Stück weiter.", sag ich zu Anna.
Nach Süden. Auf Höhe des Wachturms der Lifeguards zögere ich, ob ich sie vielleicht schon jetzt um Hilfe bitten sollte. So langsam steigt in uns Panik auf.

Fremdes Land, fremder Strand, fremde Sprache, Kind weg.

Die Frau von den Lifeguards spricht mich an, fragt, ob sie mir helfen kann.
Kurz frage ich mich, ob mir die Panik schon so ins Gesicht geschrieben steht, aber mein Mund bewegt sich schon wie von selbst. Auf Englisch sage ich, was das Problem ist.
"Wir suchen unseren 3-jährigen Sohn.  Sein Name ist Emil, er ist blond, ca. einen Meter groß, blau-weiß-gestreiftes Shirt, blaues Cappy. "
"Seit wann ist er weg?". 
"5 Minuten, vielleicht 10, bin mir nicht sicher."
Sofort springen die restlichen Guards auf. Einer notiert sich alles, einer spricht schon in sein Funkgerät.
"Geht er ins Wasser?"
"Nein! Das macht er nie. Es ist ihm immer zu kalt."
"Okay, wo ist ihr Platz, ist dort jemand, der auf ihn wartet?"
"Ja, meine Freundin, ca. 50 Meter in Richtung des Bunkers dort."
Die Guards schauen durch das Fernglas. "Die blonde Frau im roten Top mit dem Baby auf dem Arm?"
"Ja, sie fragt die Leute, ob sie was gesehen haben."
"Okay, gut gemacht. Das passiert wirklich oft. Wir kriegen das hin. Komm bitte mit hoch auf den Turm. Dort kannst du mit dem Fernglas schauen, ob du ihn siehst."

Ich klettere die steile Leiter nach oben, merke, wie weich meine Knie schon werden. Die Zeit läuft uns davon, mit jeder Minute, die verstreicht. Ich suche den Strand ab. Nach rechts, nach links. Nichts zu sehen. Nur Anna, die auf den Turm zu kommt. 
"Einer meiner Kollegen wird jetzt mit dem Pick-Up nach rechts fahren. Meistens laufen die Kinder mit der Sonne im Rücken. Du bleibst bitte hier und schaust weiter, ob du ihn findest. Geh runter und sprich darüber mit deiner Frau."

Ich also runter. Anna ist mittlerweile in Panik. Ich müsste sie eigentlich beruhigen, aber ich muss die Zeit nutzen, um nach Emil Ausschau zu halten. Ich erklär ihr also alles kurz und renne wieder los. Wieder hoch. Ich frage die Rettungsschwimmerin, ob es  Sinn macht, dass ich zum Auto gehe und schaue, ob er dort ist, ob ihn jemand gesehen hat...
"Ja, mach das und frag in der Eisbude, ob er dort war."
Ich klettere runter, renne los, höre einen weinenden Jungen...Nicht Emil...Am Auto ist er auch nicht.
Also wieder zurück. Ich kann nicht mehr. Muss etwas langsamer laufen. Und mein Kopf beginnt zu rattern. Emil läuft nicht weg, Emil geht nicht ins Meer, Emil geht nicht in die Dünen und läuft nicht mit anderen weg. Ich beginne, an ein Verbrechen zu denken. Anders kann ich es mir nicht erklären. Mein Kopf rattert weiter. Ist uns jemand gefolgt? Ist YouTube daran schuld? Wie geht es jetzt weiter?

Erst gestern haben wir im Radio gehört, dass eine Mutter aus Deutschland aus ihrem Nizza-Urlaub mit einem statt zwei Kindern zurückkehrt. Wir hatten uns unterhalten, wie schrecklich das sein muss.
Und jetzt seh ich mich fast schon in einer ähnlichen Situation. Mein Kopf denkt an Dinge wie zum Beispiel, dass ich stark sein muss, um Anna stützen zu können. Mein Kopf denkt über absurde Dinge nach. Und genau das darf nicht sein. Wir müssen ihn finden. Ich renne wieder los. Fliege die Dünen runter, kletter den Turm hoch. Im Funkgerät knacken im Sekundentakt dänische Funksprüche. Die Suchenden wollen konkretere Informationen von mir, die Lifeguard-Frau  übersetzt  für mich.

Immer wieder beteuere ich, dass er das noch NIE gemacht hat. Im Fernglas sehe ich, dass der gelbe Pickup mit den Warnleuchten sich durch die Menschenmenge frisst.
Keine Spur von ihm in der Richtung.
"Geh runter in den Truck, er wurde in der anderen Richtung gesehen."
Ich nehme 3 Sprossen auf einmal. Renne zum Truck und springe auf den Beifahrersitz. Der Fahrer tritt auf's Gas, drückt mir ein Megafon in die Hand und sagt, dass ich laut seinen Namen rufen solle. Mir kommt das vor, wie ein verzweifeltes letztes Mittel.  
Ein Mann zeigt in Fahrtrichtung, sagt, dass wir weiter müssen.
Ich rufe und rufe, sehe aber keinen kleinen Mann mit blauer Mütze.
Wieder knackt es im Funkgerät.  Dänisches Gebrabbel. Was anderes ist es für mich nicht. Ich kann leider nicht verstehen, was es gesagt wird.

"He is found!", verkündet der Lifeguard am Steuer. "Far away from here", und beschleunigt, weil hier immer weniger Menschen am Strand sind. 
Mir fällt ein Stein vom Herzen, aber ich kann es auch irgendwie nicht glauben, dass er SO weit gelaufen sein soll. Wir sind mittlerweile 2,5 Kilometer gefahren.

Plötzlich sehe ich Emil. Er läuft an der Hand einer Frau auf uns zu. Kreidebleich. 
Bevor wir stehen, mach ich die Tür auf und springe raus. Emil kommt zu mir, verzieht keine Miene. Fällt mir um den Hals und fängt an in meine Schulter zu weinen. Er schluchzt herzzerreißend.

Die Frau, die eben noch seine Hand hielt, kommt aus Deutschland. Sie erzählt mir, dass er an ihr vorbeigerannt sei. Knallrot und außer Atem. Sie sprach ihn auf Dänisch an, er reagierte nicht. Dann auf Deutsch. Emil dreht sich um, schaut sie an und rennt ängstlich weiter. Ihr kommt das sehr spanisch vor und sie setzt nach. Hält ihn fest, beruhigt ihn und fragt ihn, ob er seine Mama sucht. Er bejaht und sie sagt, dass sie nun gemeinsam suchen werden und in die Richtung laufen, wo er herkam. Das sei etwa ein Kilometer von der Stelle gewesen, wo wir in diesem Moment stehen und Emil völlig erschöpft auf meinem Arm weint.
Ich bedanke mich überschwänglich, sage nochmal, dass er sowas noch nie gemacht hat..
Die Frau lächelt mich an, winkt ab und sagt, dass sie genau dasselbe letztes Jahr mit ihrem Sohn durch hat. Nur ist er "nur" 1,5 Kilometer weit weggelaufen. 
Sie verabschiedet sich von Emil und wir steigen in den Pick-Up.

Emil sitzt auf meinem Schoß, zittert und schnieft. Wir fressen uns wieder durch die Sandmassen vorbei an Strandmuscheln und Picknickdecken. 
Der Fahrer bringt uns bis zu Anna. Bei ihr steht schon ein anderer Lifeguard, der ihr glücklicherweise sofort Bescheid gegeben hat, dass Emil wieder aufgetaucht ist. Er hat sie wohl vorher auch versucht zu beruhigen. Nach dem erlösenden Funkspruch hatte er gefragt: "How old is your boy again?"
"He's three...", antwortet Anna.
"Wow. He's a really good runner."

Insgesamt ist Emil also gute 3 Kilometer gelaufen. Wahrscheinlich gerannt. Und zwar in die Richtung, in der wir zunächst nicht gesucht hatten - gegen die Sonne. Die 3 Kilometer waren dabei übrigens eine Angabe der Lifeguards. Das klingt so irre viel und eigentlich unmöglich für so einen Wicht. Besonders in der kurzen Zeit und bei der Hitze. Aber ich saß ja im Pickup und fuhr den Strand entlang bis zum "Fundort". Und es kam mir dabei so weit vor, dass ich schon während der Fahrt gedacht habe, dass sie vielleicht einen anderen Jungen gefunden hätte. Unser Emil kann doch nicht so weit laufen...
Aber falsch gedacht.

Am Ende waren wir alle 4 wieder glücklich am Strand vereint. Anna und Emil kuschelten sehr lang, Emil -und wir auch- kam langsam wieder runter.
Wir liefen alle gemeinsam zurück ins Dorf Richtung Auto und machten Halt am Eis-Stand. Nach der kleinen Zuckerkur taute Emil so langsam auf, sagte aber nichts. Rein gar nichts zu dem Vorfall.
Im Ferienhaus angekommen, mussten wir das alles natürlich erstmal Mari und Micha erzählen. Die beiden waren mit ihren Kindern vormittags woanders unterwegs und dann nachmittags an einem anderen Strandabschnitt ein paar Kilometer südlicher.

Als wir Emil dann am Abend zu zweit ins Bett gebracht haben, haben wir ihn ein bisschen ausgefragt und er hat zumindest mit "Ja" oder "Nein" geantwortet. Laut seiner Aussage hat er uns nicht mehr gefunden und ist immer weiter gelaufen, weil er uns gesucht hat. 
"Emil, bist du die ganze Zeit gerannt?"
"Ja, aber ihr wart nicht da..."

Am Ende konnten wir ihn aber in unsere Arme schließen und den Tag ganz für uns allein noch einmal verarbeiten. Wir haben eine Erfahrung gemacht, die ich nicht wieder machen möchte und die ich auch niemandem wünsche. 
Und dann kommen wieder die Fragen. Was wäre, wenn Emil nicht "nur" weggelaufen wäre? Was wäre, wenn er im Schlaf in einem zerbombten Haus begraben worden wäre?  Was wäre, wenn seine einzige Zukunftsaussicht wäre, über einen Schrottplatz zu laufen, um Wertstoffe zu sammeln, damit er irgendwie überleben kann? Es gibt so viele kranke Dinge auf der Welt und es gibt so viel was schief läuft. Das, was wir über diese paar Minuten erleben und fühlen mussten, damit leben Menschen überall auf der Welt tagtäglich...

Die Angaben sind nicht verfälscht, übertrieben oder unehrlich. Alle Angaben wurden von den Lifeguards gemacht. Ich schreibe das, weil es mir persönlich immer hilft, wenn ich höre oder lese, dass anderen Leuten sowas auch passiert. 
Und wir haben schon echt viel Feedback dazu bekommen. Insgesamt lernen wir daraus und werden auch ein Stück weit demütiger. Ich glaub, das ist ganz gut so....

Schreibt mir eure Geschichte gern in die Kommentare oder auch auf Instagram unter eines meiner Bilder. Zu finden bin ich unter pappa_franz

Macht's gut und bis bald! :-)